Nürnberg: Wenn Arbeit krank macht. Was ist besser, wenn Arbeit krank macht oder wenn man Arbeitslos ist, so könnte man sarkastisch fragen, wenn man wie der Inhaber von diesem Stellenmarkt, die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Thema Arbeit und Krankheit ansieht. Oftmals heisst es jedoch für viele Betroffene Krank und Arbeitslos. Wir gehen hier diesem Thema etwas auf den Grund.
Zunächst unser Tipp: Nehmen wir an, Sie arbeiten Nürnberg, Fürth, Erlangen oder im Großraum hier und werden krank, denken Sie schaffen die Arbeit nicht mehr, dann machen Sie nicht den Fehler zu kündigen oder sich kündigen zu lassen, sondern nehmen sich die Zeit aus zu kurieren, auch wenn Ihnen die Situation nicht einfach wird. Versuchen Sie solange wie möglich Ihren Job zu behalten, denn Krankengeld ist immer besser als Arbeitslosengeld.
Wenn Sie sich also zwischen Kündigung und Beginn der Arbeitslosigkeit nicht gut fühlt, dann gehen Sie besser sofort zum Arzt. Beachten Sie, dass Sie, wenn Sie erst nach der Arbeitslos-Meldung krank werden, dann nur noch – wenn überhaupt – ein niedrigeres Kranken(arbeitslosen)geld erhalten, als wenn Sie vor der Arbeitslosmeldung krankgeschrieben werden.
Daher lautet unser Ratschlag: Gehen Sie sich nicht krank zur Arbeit, aus Angst eventuell gekündigt zu werden. Unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium (BMG) berichtete die Tageszeitung Die Welt, dass sich immer mehr Deutsche krank an den Arbeitsplatz schleppen, aus Angst vor Kündigung. Das ist nicht gut, denn wenn Sie sich nicht richtig auskurieren, verschleppen Sie die Krankheit und können im schlimmsten Fall auf Dauer krank werden, oder gar chronisch krank werden, was sich negativ auf das tägliche Arbeitspensum auswirkt. Zudem läuft man Gefahr, dass der Körper zusätzliche Krankheiten, wie Herzstörungen, etc. entwickelt. Und seine Kollegen anzustecken, wenn man eine Virusinfektion haat, ist auch nicht gerade kollegial. Melden Sie sich aber in der Firma, zum Beispiel telefonisch oder per Fax auf jeden Fall krank, am besten in der Form, dass Sie das notfalls nachweisen können. Ein ärztliches Atest benötigen am ersten Tag nicht, es sei denn, Sie erkranken als Arbeitnehmer häufig. Das Landesarbeitsgericht Frankfurt am Main urteilte daher, dass der Chef schon am ersten Fehltag ein Attest verlangen kann.
Beachten Sie bitte: Wenn Sie vom Arzt krankgeschrieben sind, dürfen Sie nicht arbeiten. Ansonsten gefährden Sie den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz.
Wenn Sie länger krankgeschrieben sind, dann müssen Sie sich rechtzeitig um eine Folgemeldung vom Arzt kümmern. Eine rückwirkende Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ist nur in Ausnahmefällen zwei Tage lang zulässig. Bei leichten Erkrankungen müssen Patienten spätestens nach sieben Tagen ein Folge-Attest mit einer weitergehenden Diagnose vorlegen. Bis zu sechs Wochen lang zahlt die Firma im Krankheitsfall den Lohn. Danach kann eine ärztliche Bescheinigung darüber verlangt werden, wie lange Sie voraussichtlich noch arbeitsunfähig sein werden.
Die Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz sind beträchtlich für Männer wie für Frauen in gleichem Maße. Besonders problematisch ist, dass man diese oft erst nach etlichen Arbeitsjahren entdeckt und dann kann es schon zu spät sein. Oftmals ist es so, dass man sich krank arbeitet und dann Arbeitslos wird. Und wer findet schon als Kranker wieder eine Stelle, fragt Herr Kiefer von diesem Stellenmarkt und richtet diese Frage zugleich an die verantwortlichen Politiker.
2007 litten in Deutschland nach eigenen Angaben rund 2,4 Millionen Erwerbstätige (6,3%) an Gesundheitsbeschwerden, welche durch die Arbeit verursacht wurden. Eine Zusatzerhebung zur EU-harmonisierten Arbeitskräfteerhebung, bei der rund 80 000 Personen (etwa 0,1% der Bevölkerung) zur gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz befragt wurden ergab diese hohe Zahl. Endlich wurde bei dieser Befragung die Selbsteinschätzung der Befragten berücksichtigt, und nicht ein ärztlicher Befund.
Krank durch Arbeit, dieses Thema betrifft somit nicht nur den Einzelnen, sondern ist auf Grund dieser Zahlen ein Thema von gesellschaftlicher Bedeutung, das jeden treffen kann. Erinnern Sie sich noch an die Tarifauseinandersetzung der Beschäftigten in Kindergärten und Kindertagesstätten? Aber Arbeit die krank macht, gibt es auch in anderen Berufen und Branchen, auch hier in Nürnberg, Fürth, Erlangen, oder wo immer Sie auch arbeiten oder wohnen.
Haben auch Sie wie 984 000 andere Arbeitnehmer an Beschwerden im Bewegungsapparat, mit dem Rücken, Nacken, Hüften oder Beinen? Der Durchschnitt bei allen Erwerbstätigen liegt bei 4,7%. Hier sehen Sie aufschlussreiche Zahlen.
Krank durch Arbeit - wen trifft es?
Es ist nicht verwunderlich, dass ältere Menschen wesentlich häufiger arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme haben als jüngere, schließlich verrichten sie die Arbeit meist schon ein paar Jahre länger.
Wen wundert es nach diesen Zahlen, dass ältere Arbeitslose schlechter einen neuen Job erhalten, wenn doch der Großteil der Firmen ebenfalls diese Statistiken liest und oft nicht mehr der Mensch im Vordergrund zu stehen scheint, sondern nur noch Zahlen. Dabei könnte mit geeigneten Maßnahmen den gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegengewirkt werden. So wohl Arbeitnehmer wie auch Firmen könnten dadurch profitieren, denn Arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden wirken sich auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Würden Firmen noch mehr auf die Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer- /innen achten, würden Krankheitstage deutlich reduziert werden und zu einer Verbesserung der Produktivität der Arbeitnehmer führen und letztlich auch den Berufstätigen zu Gute kommen, da sie nicht unter berufsbedingten Krankheiten müssten. Anstatt dass wie geschehen, dass einige Firmen ältere Mitarbeiter zu kündigen versuchen oder herausmobben, wäre es angebracht, diese zu unterstützen, indem Arbeitsbedingungen geschaffen werden, welche nicht zu Krankheit, sei diese körperlich oder psychischer Natur führen.
Wer wird schneller Krank oder bleibt länger Gesund - Mann oder Frau?
Es stellte sich heraus, das das Geschlecht in dem Zusammenhang mit arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen eine untergeordnete Rolle spielt: Frauen und Männer waren laut der Befragung in etwa gleichem Maße von Knochen-, Gelenk- oder Muskelbeschwerden (4,7% bzw. 4,8%) betroffen. Auch bei den übrigen Gesundheitsproblemen unterschieden sich die Angaben für Männer und Frauen nur geringfügig.
In welcher Branche wird man mehr krank und in welcher weniger?
Demgegenüber wirkt sich die Art der ausgeübten Tätigkeit sehr wohl auf den Gesundheitszustand aus. So litten Arbeitskräfte im Bereich
Auch Stress und Mobbing in der Arbeit machen krank
Wer als Vorgesetzter meint über Mitarbeiter hinwegsehen zu können wenn diese unter Stress stehen, oder diesen sogar verursachen, schadet auf längere Sicht nicht nur seinen Untergebenen, sonder auch der Firma, gleiches gilt für Mobbing; wenn dieses von Vorgesetzen bagatellisiert oder ingnoriert wird, weil es zu Krankheit und somit zu Fehlzeiten führt, sowie die Motivation der Betroffenen nächlässt, was sich in geringerer Produktivität, bzw. Arbeitsleistung äußert.
Im Rahmen der Arbeitskräfteerhebung 2007 wurde auch untersucht, inwieweit die Erwerbstätigkeit eine Belastung darstellt, welche sich negativ auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer- /innen auswirkt – und zwar körperlich oder psychisch. Dabei kam eine erstaunliche Erkenntnis zum Vorschein.
Psychische Belastungen im Beruf spielen in der Arbeit eine größere Rolle als körperliche.
Von psychischen Belastungen sind verschiedene Berufsgruppen unterschiedlich betroffen:
Auch hier zeigten sich hinsichtlich der psychischen Auswirkungen nur geringe Unterschiede nach dem Geschlecht.
Psychische Belastungen nehmen mit steigendem Alter zu
Was ist der Grund hierfür? Wird hier in einigen Firmen ein künstlicher Druck erzeugt, um ältere Arbeitnehmer heraus zu ekeln, wie dies ja bei einigen Firmen public geworden ist?
Körperliche Belastung der Arbeit
Rund jeder neunte Erwerbstätige (11,0%) fühlte sich 2007 bei der Arbeit körperlich belastet. Dabei wurden am häufigsten Belastungsfaktoren wie “schwierige Körperhaltungen oder das Hantieren mit schweren Lasten” (6,1%), gefolgt von “Lärm oder Vibrationen” (2,3%) sowie “Staub, Rauch, Chemikalien, Dämpfe bzw. Gase” (2,1%) genannt. “Unfallgefahren” waren 0,5% der Erwerbstätigen ausgesetzt.
Männer empfinden häufiger physische Belastungen als Frauen. 13,0% der Männer, aber nur 8,7% der Frauen gaben an, körperlich belastet gewesen zu sein.
Auch die körperlichen Belastungen nehmen entsprechend den arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden mit steigendem Alter zu: Besonders betroffen (13,4%) war die Altersgruppe von 55 bis 59 Jahren. Unter 25 Jährige sahen sich hingegen weit weniger häufig körperlichen Belastungen durch die Arbeit (7,0% der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe) ausgesetzt.
Unter den verschiedenen Berufsgruppen sind von körperlichen Belastungen erwartungsgemäß körperlich arbeitende Erwerbstätige besonders betroffen: Bei etwa jedem fünften Anlagen- und Maschinenbediener (20,9%), Handwerker (19,6%) und Beschäftigten in Landwirtschaft oder Fischerei (19,3%) wirkten sich die körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz negativ auf die Gesundheit aus. Personen mit Bürotätigkeiten sind in dieser Beziehung eindeutig besser gestellt: Nur jeder Zwanzigste (4,7%) der Bürokräfte und kaufmännischen Angestellten gab entsprechende Belastungen an.
Arbeitsunfälle
Auch Arbeitsunfälle beeinträchtigen die Gesundheit Erwerbstätiger und führen mitunter zu längeren Arbeitsausfällen: Rund 909 000 Personen (2,4 %) gaben an, im Verlauf der letzten 12 Monate vor der Befragung einen (847 000) oder mehrere (62 000) Arbeitsunfälle erlitten zu haben. Dabei spielte keine Rolle, ob die erfassten Unfälle einer Berufsgenossenschaft oder ähnlichen Einrichtungen gemeldet wurden; entscheidend waren die Angaben der Befragten im Interview. Nicht berücksichtigt wurden Unfälle auf dem Weg von und zur Arbeitsstätte.
Männer waren doppelt so häufig von Arbeitsunfällen betroffen wie Frauen.
Arbeitsunfälle passieren häufiger in jungen Jahren: im Alter von unter 45 Jahren lag der Anteil bei 2,7 % der Erwerbstätigen, im Alter von 45 Jahren und mehr bei 1,8%.
Das Risiko eines Arbeitsunfalls hängt stark von der ausgeübten Tätigkeit ab. Am größten ist die Gefahr bei Tätigkeiten wie “Anbauen, Gewinnen und Herstellen”, die typisch für Industrie, Landwirtschaft und Bergbau sind: 5,3% der Erwerbstätigen, die schwerpunktmäßig solche Arbeiten ausführten, erlitten einen Arbeitsunfall. Erhöht war das Risiko zudem bei Tätigkeiten, die “Sichern, Bewachen oder militärische Aufgaben” zum Inhalt hatten (5,1%) bzw. bei denen Maschinen bedient (4,1%) oder Fahrzeuge geführt wurden (2,9%). Am wenigsten unfallträchtig ist das Arbeiten im Bereich “Büro, EDV, Forschen”. Hier lag die Unfallrate nur bei einem Prozent.
Nicht jeder Arbeitsunfall führt zwangsläufig zu einer längeren Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Jede vierte Person mit Arbeitsunfall gab an, bereits am Folgetag ihre Arbeit wieder aufgenommen zu haben. Mehr als jeder Zweite (60%) war nach zwei Wochen wieder am Arbeitsplatz. Jeder siebte Erwerbstätige mit Arbeitsunfall (15%) fiel infolge des Unfalls jedoch über einen Monat bei der Arbeit aus.
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