Beitrag von Stellen Nürnberg zum Thema Leiharbeit
Wer heute einen sicheren Arbeitsplatz hat kann sich freuen. Ein großer Teil der Berufstätigen ist in einer der zahlreichen Firmen angestellt, welche im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bei einer Zeitarbeitsfirma als Leiharbeiter tätig sind. Gegenüber dem Juli 2007 ist die Anzahl um 135000 gestiegen und erreichte somit im Juli 2008 die stattliche Anzahl von 700000 Menschen, die als Zeitarbeitnehmer tätig sind.
Anhand dieser Zahlen ist zu sehen, dass ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer hierdurch einen Job hat und es diesen eine Chance bot wieder Arbeit zu finden. Betrachtet man den Arbeitsmarkt jedoch genauer, so fällt auf, dass dadurch überwiegend nicht neue neue offene Stellen entstanden, sondern ein erheblicher Teil durch Outsourcing entstand. Auf Deutsch heisst dass, wo Stellen in Unternehmen gestrichen wurden, oder ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand geschickt wurden, sind diese Arbeitsplätze an Zeitarbeitsunternehmen vergeben worden. Man kann eher von einer Verlagerung von Arbeitsplätzen sprechen, als von neuen Stellen.
Der große Vorteil für die Unternehmen ist, daß diese fexibler auf die Auftragslage reagieren können, bei Bedarf mehr Arbeitnehmer anfordern zu können und bei geringer Auftragslage weniger anzufordern. Leider entsteht dadurch entstand eine 2-Klassen-Gesellschaft innerhalb der Betriebe in der Form, dass oftmals für die gleiche Arbeit die Festangestellten mehr verdienen, als die Leiharbeiter; wie auch die Gewerkschaften zu Recht kritisieren.
In diesen Zeiten muss sich jeder Einzelne fragen: Habe ich soziale Verantwortung, wie gehe ich mit meinem Kollegen, mit meiner Kollegin, oder als Unternehmen - mit meinen Mitarbeitern um. Eine Gesellschaft ist nur so gut, als sie auch dem Schwächsten gegenüber Verantwortung und Respekt zollt. Mit Entsetzen ist zu beobachten, wie sich Unternehmen, aber auch festangestellte Mitarbeiter gegenüber Menschen, die in Leiharbeit tätig sind tagtäglich verhalten. Wer sich so über seinen Nächsten, seinen Kollegen, seine Kollegin überhebt, hat als Mensch versagt und vergessen, dass es eine Gnade ist, wenn es einem gut oder zumindest besser geht, als demjenigen der die gleiche Arbeit für weniger Geld verrichtet. Herzlosigkeit, Arroganz und Hochmut sind keine Zeichen von Ethik oder hochstehender Gesinnung, sondern zeigen das Versagen als Mensch, das Versagen als vernunftbegabtes Wesen, als göttliche Schöpfung.
Welche Erfahrungen haben Sie als Leiharbeiter bzw. Leiharbeiterin, welche Zeitarbeitsfirma können Sie aus eigener Erfahrung empfehlen?
Leiharbeit Undercover (1 von5) Mathias P. / Markus Breitscheidel
Der Autor Markus Breitscheidel begab sich ein Jahr lang undercover in die Rolle eines ungelernten Hilfsarbeiters. Ein Jahr als Leiharbeiter getarnt, was wirklich in Deutschen Firmen passiert.
Das Buch zum Film: